Dermatologie, Allergologie, Lasermedizin, Akupunktur

 

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Hausstaubmilbenallergie


In den letzten Jahren ist eine fast schon dramatische Zunahme an allergischen Erkrankungen zu beobachten. Insbesondere Allergien vom Soforttyp – also der Heuschnupfen sowie Tierhaar- und Milbenallergien, aber auch Nahrungsmittelallergien – werden zur Plage.

Hausstaubmilben finden sich, wie der Name schon sagt, insbesondere im häuslichen Umfeld, hier vor allem im Bett. Die Milben gedeihen bevorzugt an feuchtwarmen Orten und ernähren sich von den Hautschuppen von Menschen und Tieren. Die Allergie wird nicht durch die Milben selbst, sondern durch deren Stoffwechselprodukte ausgelöst, die überall mit dem Staub umherfliegen und eingeatmet werden.

Die Allergie zeigt sich in Form von Schnupfen (Rhinitis), Husten, Entzündung der Augenschleimhäute (Konjunktivitis) und Atembeschwerden (Bronchitis) bis hin zum Asthma. Bei der Hausstaubmilbenallergie kommt es besonders häufig bereits in der Frühphase der Erkrankung zum Auftreten von Atemwegssymptomen, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen, so dass hier frühzeitig Sanierungsmaßnahmen und eine gezielte Behandlung durchgeführt werden sollten.

Die wichtigste Maßnahme bei der Hausstaubmilbenallergie ist die Sanierung, d.h. die Milben aus Ihrem häuslichen Umfeld fernzuhalten. Kein Bett und keine Wohnung sind milbenfrei, durch einige Maßnahmen gelingt es jedoch die Allergenbelastung deutlich zu reduzieren. Hierzu einige Tipps und Hinweise:

  • Bettdecke, Kopfkissen und Matratze sollten mit einem milbendichten aber wasserdampfdürchlässigen Überzug versehen sein. Diese gibt es im Sanitätshaus oder im Fachhandel und werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
  • Sanieren Sie vor allem Ihr Schlafzimmer. Entfernen Sie möglichst
    alle „Staubfänger“ wie Teppiche, Felle, Bettvorleger, schwere Vorhänge, gepolsterte Sofas, offene Regale, Textiltapeten und
    Plüschtiere
  • Ihr Schlafzimmer sollte trocken (Luftfeuchtigkeit höchstens 50 %)
    und frei von Schimmelpilzwachstum sein. Lüften Sie regelmäßig und
    versuchen Sie, im Schlafzimmer tagsüber die Temperatur bei ca.
    15°C zu halten.
  • Entfernen Sie Luftbefeuchter und Pflanzen aus Ihrem Schlafzimmer.
  • Tragen Sie einen Schlafanzug, um zu verhindern, dass die
    Hautschuppen direkt in das Bett gelangen.
  • Textilien (Bettwäsche, Kleidung) sollten bei mehr als 60°C über 60
    Minuten gewaschen werden.
  • Milben in Plüschtieren lassen sich zumindest teilweise durch 24-
    stündiges Lagern in der Tiefkühltruhe abtöten.
  • Lüften Sie alle Bett-Teile besonders gründlich. Matratzen sollten
    einmal im Jahr gereinigt
  • bzw. alle 10 Jahre erneuert werden.
  • Überlassen Sie das Staubsaugen und Staubwischen möglichst
    anderen Personen. Benutzen Sie geeignete Feinstaubfilter für den
    Staubsauger und wechseln Sie diese regelmäßig aus.
  • Sofern Sie noch kein Haustier besitzen, sollten Sie auch zukünftig
    darauf verzichten. Die Hautschuppen von Tieren können den Milben
    ebenfalls als Nahrung dienen. Zusätzlich besteht die Gefahr, auch
    gegen Tierhaare eine Allergie zu entwickeln.
  • Geben Sie das Rauchen auf – die ständige Reizung Ihrer Atemwege
    erleichtert den Allergenen den Angriff an den Schleimhäuten.

Bei allergischen Beschwerden besteht die Möglichkeit mit Antihistaminika und Cortison in Form von Tropfen, Sprays und Tabletten die Symptome deutlich zu lindern.

Zur ursächlichen Behandlung der Symptome besteht die Möglichkeit einer Hyposensibilisierungsbehandlung. Diese zeigt bei der Hausstaubmilbenallergie sehr gute Ergebnisse und sollte, insbesondere wegen der Gefahr, dass sich ein chronisches Asthma entwickeln kann, frühzeitig begonnen werden.

Wichtig ist es herauszufinden, welches Allergen die Symptome auslöst. Die Diagnostik erfolgt mit Prick-, Intracutan-, Provokationstestung und RAST-Diagnostik.

Allergie-relevante Milben

  Milbenart Familie

Größe(in μm )

Optimales Klima Reife/Leben Allergene Kreuz-reaktivität Nahrung Vorkommen

Dermato-phagoides pteronyssinus

Hausstaubmilbe

Pyroglyphidae 280-350

15-30°C

73%

25-31 Tage / 70 Tage

hauptsächlich

Der p1,

Der p2,

hoch: D.spp.,E.maynei

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein (Haut-schuppen)

Bett, Kissen, Polster, Teppich

Dermato-phagoides farinae

Hausstaubmilbe

Pyroglyphidae 300-400

15-30°C

55-75%

35 Tage / 70 Tage

hauptsächlich

Der p1,

Der p2,

hoch: D.spp.,E.maynei

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein (Haut-schuppen) Bett, Kissen, Polster, Teppich
 

Dermato-phagoides microceras

Hausstaubmilbe

Pyroglyphidae 280-400

25°C

75%

50 Tage / 70 Tage

Der m 1

hoch: D.spp.,E.maynei

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein (Haut-schuppen) Bett, Kissen, Polster, Teppich, Mehl

Euroglyphus maynei

Hausstaubmilbe

Pyroglyphidae 200-280

20-30°C

65-80%

27-33 Tage / 50 Tage

hauptsächlich

Eur m 1,

Eur m 2,

hoch: D.spp.

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein (Haut-schuppen) Bett, Kissen, Polster, Teppich, Essensvorrat

Blomia tropicalis

Vorrats-/Hausstaubmilbe

Echimyopidiae 200-400

25°C

75%

17-38 Tage / 58 Tage

hauptsächlich

Blo t 5,

Blo t 10,

Blo t 11

gering: Hausstaubmilben

gering bis moderat: Vorratsmilben

 

Protein, Weizenkeime, Hefe, Mehl, Pilze Bett, Kissen, Polster, Teppich, Essensvorrat

Acarus siro (Mehlmilbe)

Vorratsmilbe

Acaridae 320-650

25°C

75-80%

10 Tage / 40 Tage Aca s 13

gering: Hausstaubmilben

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein, Weizenkeime, Hefe, Mehl, Pilze Essensvorrat, seltener: Bett, Kissen, Teppich

Lepicoglyphus destructor (Heumilbe)

Vorratsmilbe

Glycyphagidae 350-560

20-30°C

75%

24 Tage / 25 Tage

Lep d 1,

Lep d 10

gering: Glycyphagidae

moderat: Hausstaubmilben

Protein, Weizenkeime, Hefe, Mehl, Pilze Essensvorrat, Bauernhof seltener: Bett, Kissen, Teppich
 

Tyrophagus putrescentiae (Kopramilbe)

Vorratsmilbe

Acaridae 280-410

25-30°C

80-85%

14 Tage / 20 Tage

Tyr p 2,

Tyr p 13

gering: Hausstaubmilben

gering bis moderat: Vorratsmilben

Protein, Weizenkeime, Hefe, Mehl, Pilze Essensvorrat, Bauernhof seltener: Bett, Kissen, Teppich

Quelle: Novartis

 
 
 

 

 

 

 

     
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