Wissenschaftlicher Hintergrund
Bei diesem Therapiekonzept macht man sich das Phänomen zunutze, dass die erkrankten Zellen (bösartige Tumorzellen oder ihre Vorstufen) die ALA in erhöhtem Maße aufnehmen und auf einem besonderen Stoffwechselweg zu lichtsensibilisierenden Substanzen (Porphyrine) umwandeln. Erfolgt zum richtigen Zeitpunkt eine Bestrahlung der Hautzellen mit Licht einer bestimmten Wellenlänge (grünes oder rotes Licht), so werden die erkrankten Zellen zerstört, während die gesunden Zellen weitestgehend unbeeinflusst bleiben. Hierdurch gelingt es, die bösartigen Tumorzellen gezielt und unter weitgehender Schonung des gesunden Gewebes zu zerstören.
Für die photodynamische Therapie und Diagnostik wird Aminolävulinsäure (ALA) in einer Salbenzubereitung auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen und anschließend eine Bestrahlung mit speziellem Licht durchgeführt.
Durchführung der Behandlung
Photodynamische Therapie (PDT):
Am Tag der Behandlung wird die ALA-haltige Salbe, auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen und lichtdicht abgeklebt. Nach etwa 4-6 Stunden wird das Pflaster entfernt und die Hautbezirke werden für 20 Minuten mit grünem Licht bestrahlt. Die Bestrahlungstherapie wird 1-2malig im Abstand von 4-6 Wochen durchgeführt. Je dicker die Hautläsion ist, desto häufiger kann die photodynamische Therapie notwendig sein. In Einzelfällen kann daher eine dritte Bestrahlung erforderlich sein.
Um die Wirksamkeit der PDT zu erhöhen ist es oft sinnvoll die Haut vorher mit einer harnstoff- oder salizylsäurehaltigen Salbe für 1-2 Wochen zu behandeln.
Photodynamische Diagnostik (PDD):
Hiermit besteht die Möglichkeit einer sehr genauen Diagnostik. Mit Floureszenzlicht können mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Hautkrebsvorstufen dargestellt werden. Darüber hinaus können die Grenzen eines Hauttumors im Vorfeld einer operativen Therapie exakt markiert werden. Damit lässt sich das Risiko einer unvollständigen Tumorentfernung minimieren.
Wirkung und Nebenwirkung
Die photodynamische Therapie ist eine moderne Therapie bestimmter oberflächlicher Hauttumoren. Entscheidende Vorteile der Methode sind nahezu narbenfreies Abheilen sowie die Möglichkeit großflächige Areale in einer Sitzung zu behandeln. Örtliche Betäubung und kosmetisch störende Narben nach einer operativer Entfernung werden hiermit vermieden.
Während des Bestrahlungsvorganges kann es zum Auftreten von leichten bis mittelstarken Schmerzen kommen, die normalerweise durch Kühlung mit einem Ventilator gut erträglich sind. Üblicherweise kommt es im Bereich der bestrahlten Hautbezirke zu einer zarten Krustenbildung, die auch von leichtem Nässen begleitet sein kann. Diese Kruste löst sich ähnlich wie ein Wundschorf nach einigen Tagen wieder ab.
In seltenen Fällen können stärkere Schmerzen während des Bestrahlungsvorganges auftreten. Des weiteren kann es nach der Bestrahlung zu Rötungen und Schwellungen im behandelten Areal kommen. Entzündungen und stärkeres Nässen sowie Pigmentstörungen der behandelten Haut können ebenfalls in seltenen Fällen auftreten. Das Narbenbildungsrisiko ist äußerst gering.
Systemisch sind keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten, da die Aminolävulinsäure ausschließlich an Ort und Stelle wirkt.
Da es sich um eine neue Behandlungsform handelt, ist diese noch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Die Behandlung muss daher nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet werden. Eine Kostenübernahme muss im Einzelfall beantragt werden (lehnt die Krankenkasse dies ab, müssen Sie die Behandlung als individuelle Gesundheitsleistung (IGel) selbst bezahlen). Von den privaten Krankenkassen wird die Behandlung in aller Regel erstattet. |
Typischer Verlauf einer Photodynamischen Therapie von aktinischen Präkanzerosen

Lichtschäden am Kopf vor Therapiebeginn

Photodynamische Diagnostik: Die Hautschäden sind deutlich sichtbar

Krustenbildung einige Tage nach der Behandlung

Das Ergebnis nach circa drei Wochen
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